Concerts

Aus No Name wurde TNNE – The No Name Experience

TNNE-2-medium
TNNE-2-medium

Die inzwischen aufgelösten luxemburgischen Neo-Progger No Name waren eine Institution, überall beliebt und bekannt. Drei Jahre nach deren Auflösung gründete der Ex-No Name Sänger Patrick Kiefer und Ex-Keyboarder Alex Rukavina nun TNNE (The No No Name Experience). TNNE fungiert aber nicht als Duo sondern wird auch kräftig unterstützt von Michel Volkmann (Gitarre), Gilles Wagner (Schlagzeug), Claude Zeimes (Bass) und Fred Hormain am (Saxophone). Die neu hinzu gekommenen Musiker wirken wie eine Frischzellenkur, so sorgt die Rhythmusfraktion bei aller Melodieseligkeit für den notwendigen Drive, damit das Ganze nicht zu kitschig ausfällt.

Progressive Rock war Anfang bis Mitte der 70er eine stilprägende Musikrichtung. Bands wie Yes, King Crimson oder Genesis brachten in den Jahren zwischen 1970-75 wahre Meisterwerke heraus. Dann kam jedoch der Punk und sorgte dafür dass der Begriff Prog-Rock schon fast zum Schimpfwort wurde. Bis in den 80er Bands wie Marillion oder Queensrÿche diese Musikstil wieder Salonfähig machten. Es ist somit auch luxemburgischen Bands wie TNNE zu verdanken, dass der Prog-Rock auch im neuen Jahrtausend immer noch frisch und Ideenreich klingt.

TNNE bringt ihre Musik durch faszinierende Konzerte den Musikfans nah. Aber Konzerte alleine reichen nicht und somit brachten sie 2014 ihr Debüt heraus, was auf den Namen „The Clock That Went Backwards“ hört auf den Markt. Großangelegte Gitarren-Riffs, verbunden mit solider Percussion und äußerst selbstbewussten Basslinien und Grooves werden uns hier aufgetischt. „The Clock That Went Backwards“ ist aber auch vor allem geprägt durch die Genesis-ähnliche Keyboard-Passagen. Schon der Opener „My Inner Clock“ legt den Gehörgang mit fliederfarbenen Federkissen aus und bettet darauf verschwenderische Keyboards von himmlischer Schönheit. Jedoch darf sich ihr Neo-Prog allenfalls in Bezug auf die Tracklänge fortschrittlich nennen, ist aber aufwändig konstruiert und auch klanglich durchaus eindrucksvoll gestaltet. Verträumte Synthesizer-Klänge sorgen für eine unglaubliche Stimmung, diese wird dann noch veredelt mit Patrick Kiefers genialer Stimme. Ob es nun die hier meisterhaft gelungene Mischung verschiedenster moderner Einflüsse ist oder aber die dezente Anleihe bei den Gründervätern, wie zum Beispiel bei Yes sowie Genesis, hier sind natürlich die Peter Gabriel-Jahre gemeint, dieses Album begeistert mit herrlichen Melodien, atmosphärischer Dichte und einigen Gitarrensoli zum Dahinschmelzen. Das ist Musik zum Augenschließen und Genießen. „The Clock That Went Backwards“ bietet alles, was die heutigen progressiven Rock so spannend machen kann.

TNNE ist es ein sehr intimes Album einer Band, die einen Neuanfang wagt und von der man zukünftig sicher noch einiges erwarten kann.

Mehr Infos:www.facebook.com/thenonameexperience

RELATED BY