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Clueso im Interview

clueso_pressefoto1_fotocredit_tinosieland
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Clueso – der Name ist der Figur des Inspektor Clouseau aus Blake Edwards‘ Film Der rosarote Panther entlehnt – macht seit 1995 Musik, zunächst mit dem EFP 96 (Erfurt Projekt 1996), aus denen dann später die Wostok MCs wurden. Clueso wurde unter anderem. für den MTV Europe Music Award – Best German Act nominiert, den allerdings die Sängerin Lena Meyer-Landrut gewann. Im selben Jahr erhielt er die 1Live-Krone als „bester Künstler“ und setzte sich dabei gegen Herbert Grönemeyer durch. Clueso überzeugt als Künstler und als Mensch. Seine Songs habe eine enorme Aussagekraft und übermitteln immer wieder Botschaften, die einen sozialkritischen Hauch haben. Vor allem ist er aber immer der Erfurter Junge geblieben, der sich auch heute noch trotz seines Bekanntheitsgrades zu sponanen Konzerten in der Eckkneipe hinreißen lässt. Jetzt kommt mit „Stadtrandlichter“ sein neues Album auf den Markt. Am 2. November trat er im „Den Atelier“ auf und stand uns vorab für ein Interview zur Verfügung.

Hallo erstmal vielen Dank für das Interview? Wo bist du momentan?

Momentan ist Promo Arbeit angesagt und dann bin ich eben bei der Plattenfirma. Aber ich arbeite auch an einer DVD, die in naher Zukunft veröffentlicht wird, wo ich selbst Hand anlege.

Jetzt kommt dein neues Album „Stadtrandlichter“ auf den Markt. Immer noch aufgeregt nach all diesen Jahren vor einer neuen Veröffentlichung?

Na klar ist man immer noch aufgeregt. Alleine schon wegen der Entstehung des Albums. Meine Band und ich machen ja alles selbst. Wir schreiben und produzieren das Ganze ja als Gemeinschaft. Während dieses Prozesses ist man aber zu beschäftigt um aufgeregt zu sein. Aber wenn es dann so weit und das Endprodukt steht kurz vor der Veröffentlichung, dann wird die Aufregung doch zunehmend größer.

Ich habe mir das Album angehört und für mich sticht besonders „Geradeaus“ heraus? Was hat es auf sich mit dem Lied? Ein Lebensmotto?

Ich finde es schon interessant, dass du genau dieses Lied jetzt erwähnst, denn ich habe es praktisch im Alleingang geschrieben und eingespielt. Es ist schon ein sehr persönliches Stück. Ich will den Leuten damit ein Gefühl vermitteln, dass wenn man etwas im Leben durchziehen will, dieses auch tun soll. Es ist so eine Art Gefühl ohne Gnade an seine Ideen heranzugehen aber gleichzeitig soll doch ein Gemeinschaftsgefühl entstehen mit dem was man vollbracht hat. Für mich symbolisiert dieses Stück eine Art Befreiungsschlag.

Auf „Sein Song“ ist auch Udo Lindenberg vertreten. Würdest du ihn als Musikerkollegen oder schon als Freund bezeichnen?

Udo Lindenberg ist ein musikalischer Freund. Er ist jetzt nicht ein Freund mit dem ich meine Freizeit verbringe. Aber uns verbindet eben die Musik. Er ist so ein warmherziger Typ, aber kann auch knallhart sein. Wenn ihm was nicht passt bei den Aufnahmen, dann sagt er es dir doch ziemlich direkt und ohne Umschweife. Er ist sehr charismatisch und ein Vollprofi, aber trotzdem immer sehr menschlich geblieben.

Bist du eher ein spontaner Typ oder einer der nach Plan arbeitet?

Ich bin bei den Aufnahmen immer sehr diszipliniert und arbeite nach Plan. Aber ich liebe es auch zu provozieren und somit beschwöre ich eine gewisse Spontanität hervor. Eine gesunde Mischung würde ich sagen, damit das Endprodukt professionell klingt, aber gleichzeitig auch Wärme ausstrahlt.

Hast du mal dran gedacht ein Album in englischer Sprache zu veröffentlichen?

Ja habe ich schon, aber mein englisch ist leider nicht so gut. Wenn ich dies machen würde dann auch nur mit der Hilfe eines Übersetzers, damit auch alles seine Richtigkeit hat.

Heutzutage kann ja jeder, dank der Vielfalt an technischen Möglichkeiten Musik machen und viele haben somit schnell, vielleicht zu schnell Erfolg. Wie siehst du dieses Phänomen der Schnelllebigkeit im Musikbusiness?

Ich glaube dies gab es schon immer im Musikgeschäft. Nur dass heute alles noch stärker auf Marketing getrimmt wird. Viele Lieder werden zum Beispiel für Werbung gebraucht und verlieren dadurch an Authenzität. Dann gibt es auch natürlich Musiker die keine persönlichen Texte mehr schrieben, sondern nur danach schauen was die Leute im Moment hören wollen. Dies sind dann auch Produktbands die keine Persönlichkeit besitzen. Es ist schon bedauerlich, dass dieser Trend in letzter Zeit so enorm zugenommen hat.

Wie ist es mit dem Touren, fühlst du dich wohl auf der Bühne?

Nach der letzten Tournee hatte ich wirklich die Nase voll vom Touren. Wenn man ständig unterwegs ist kommt man nie richtig an, denn man ist schon wieder viel zu schnell weg. Dazu kommt noch dass man praktisch nur aus der Reisetasche lebt und manchmal sogar keine Zeit mehr hat seine Kleider zu waschen. Richtig Rock’n Roll eben. Aber jetzt nach der langen Pause und mit dem neuen Album im Gepäck brenne ich natürlich drauf, dass die Tour endlich losgeht. Man kann schon sagen, dass ich richtig „geil“ drauf bin die Bühne zu erstürmen.

Vielen Dank und alles Gute für die Zukunft!

(Interview by Mike Dostert)

Mehr Infos:www.clueso.de

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