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Interview mit Joris Buchholz

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Joris Buchholz wurde 1989 in Stuhr bei Bremen geboren und wuchs im ostwestfälischen Vlotho in Nordrhein-Westfalen auf. Im Alter von fünf Jahren, noch zwei Jahre vor der Geburt seiner Schwester Nele, begann er, Musik zu machen und erste Lieder zu schreiben. Er sammelte als Schlagzeuger in einer Musikschulband seine ersten Erfahrungen und gründete als Gitarrist, Pianist und Sänger seine erste Band namens The Seastream. 2014 erhielt Joris schließlich einen Plattenvertrag beim Musiklabel Four Music. Anfang 2012 erschien mit Sparks EP eine Extended Play der Indie-Pop-Band Oakfield, der Joris als Texter, Sänger, Pianist und Gitarrist angehörte. 2014 war Joris erstmals auf Tournee durch Deutschland. Ende desselben Jahres erschien unter dem Titel Im Schneckenhaus ein erster Song von Joris bei Four Music. Beobachter beschrieben ihn als „wunderschöne Depressiven-Hymne“ mit viel Liebe und viel Gefühl. Im März 2015 folgte mit Herz über Kopf die erste Single des Musikers. Das Debütalbum Hoffnungslos Hoffnungsvoll erreichte im April 2015 auf Anhieb den dritten Platz der deutschen Charts. Es wurde in Zusammenarbeit mit Ingo Politz und Mic Schröder produziert. Die Medien beurteilten die Platte mehrheitlich positiv. Am 11. Juli 2015 trat er bei Inas Nacht auf und sang den Song Im Schneckenhaus. Im Oktober 2015 wurde Joris in den beiden Kategorien Bester Künstler und Beste Single mit seiner Single Herz über Kopf für den Musikpreis 1Live Krone nominiert, welche am 3. Dezember 2015 in der Bochumer Jahrhunderthalle stattgefunden hat. Am 19. März gab Joris ein Konzert im Atelier und im Rahmen dieses Ereignis stand er uns für ein Interview zur Verfügung.

Seit deinem Debüt-Album „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ Mitte April 2015 erschienen ist, bist du einer der Shootingstars der deutschen Musikszene. Musst du dich manchmal selbst kneifen, um deinen Erfolg zu realisieren?

Für mich ist das Ganze noch eine sehr verrückte Angelegenheit. Vorher habe ich meine Lieder meistens nur vor Freunden oder Familie im engsten Kreis vorgetragen und jetzt auf einmal dieser Erfolg, das ist schon Wahnsinn. Als Newcomer in Deutschland hat man es ja auch nicht immer leicht umso mehr freut es mich, dass es auf Anhieb geklappt hat.

Hat sich dein Leben geändert?

Ja es hat mein Leben doch enorm verändert. Vor dem Erfolg studierte ich noch und habe als Techniker gejobbt und nur Abends Musik gemacht. Jetzt bin ich immer unterwegs und man lernt neue Leute und neue Orte kennen. Meine Live-Band sind meine besten Freunde geworden, was auch wunderschön ist. Die Welt ist viel größer geworden für mich.

Wie entstehen deine Songs?

Das ist sehr unterschiedlich. Aber ich würde doch behaupten dass die meisten Songs eher Nachts beim spielen auf dem Klavier oder der Gitarre kommen. Die Texte folgen dann erst nachher, die habe ich nicht sofort im Kopf. Es kommt schon mal vor aber sehr selten.

Ich habe mir das Album angehört und für mich sticht besonders „Bittersüß“ heraus?

Dieses Lied ist das älteste auf dem Album. Ich schrieb es vor vier Jahren mitten in der Nacht und es reflektiert einfach meine Gefühle von damals. Es hat was sehr dramatisches, ist dennoch sehr persönlich und für mich ein ein echtes Gefühlslied.

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht ein Album in englischer Sprache herauszubringen?

Früher habe ich nur auf Englisch gesungen, weil ich auch fast nur englische Musik hörte. Für mich klang die deutsche Sprache immer ein wenig kalt und hart. Aber mit der Zeit habe ich mich dann auch die deutsche Sprache ran getraut und bemerkt, dass diese vor allem bei ruhigerem Stücken wunderschön sein kann. Sie übermittelt Emotionen wie keine andere Sprache, wohingegen ich die englische Musik eher so sehe dass hier die Musik wichtiger ist als die Texte. Da hat sich mein Bild doch um 180 Grad gedreht.

Wie ist es mit dem Touren, fühlst du dich wohl auf der Bühne?

Ich sage immer: „Der Mensch gewöhnt sich an alles“. Ich habe kein Lampenfieber was mich jetzt blockieren oder mir Angst machen würde. Nein es gibt mir sogar Kraft. Ich liebe Club-Konzerte weil da auch die Nähe zum Publikum vorhanden ist. Als ich letztes Jahr auf einem Festival in Karlsruhe auf einmal vor 40,000 Leuten stand, dann wurde mir schon ein wenig mulmig, aber auch dies macht mir mittlerweile Spaß.

Welche Musik hörst Du eigentlich privat?

Ich höre neue sowie alte Musik, das hängt immer von meiner Stimmung ab. Letztes Jahr habe ich viel Max Herre gehört. Aber im Allgemeinen höre ich privat eher selten Musik. Das hilft mir insofern damit ich ein wenig Abstand davon bekomme. Man muss auch mal abschalten können.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

(Interview by Mike Dostert)

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