Interviews

Raoul Biltgen – Der schreibende, schnitzende und malende Schauspieler

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Raoul Biltgen, geboren 1974 in Luxemburg, lebt seit über 20 Jahren in Österreich. Am Konservatorium der Stadt Wien hat er eine Schauspielausbildung absolviert, war dann am Bregenzer Landestheater engagiert, anschließend am Theater der Jugend in Wien als Dramaturg beschäftigt. Seit 2003 lebt er als freischaffender Schauspieler, Theatermacher und Schriftsteller in Wien. Derzeit absolviert er die Ausbildung zum Psychotherapeuten. Seit seinem 16. Lebensjahr veröffentlicht Raoul Biltgen Kurzgeschichten in diversen Magazinen und Anthologien in Luxemburg, Deutschland und Österreich, 2014 wurde er für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert. Seit 1999 erschienen insgesamt 5 Bücher bei Verlagen in Luxemburg und Österreich. Vor allem aber ist er als Dramatiker tätig und seine an die 40 Theaterstücke waren bisher in Luxemburg, Deutschland, Österreich, China und Mexiko zu sehen. 2001 bekam er das Literar Mechana Dramatikerstipendium. Seit einigen Jahren schreibt Raoul Biltgen unter dem Pseudonym Adam Klee eine wöchentliche Online-Liebes-&-Sex-Kolumne: Adam spricht es aus – was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen. www.adamspricht.com.

Schreiben wollte er ja schon immer. Weswegen er die meisten Buchstaben schon vor seiner Einschulung halbwegs hinkritzeln konnte. Vor allem jene, die er brauchte, um seinen Namen zu schreiben. Man kann ja nicht früh genug bereit sein, Werke zu signieren. Seine ersten veröffentlichen Texte erschienen in „Nos Cahiers“ und in „Les Cahiers Luxembourgeois“, beide 1993. Immer mit der Hoffnung, dass sich die Verleger irgendwann darum streiten werden, wer als erster einen seiner Texte von Raoul in die Öffentlichkeit schickte um sich als seinen Entdecker zu ernennen. Sein erstes komplettes Buch erschien 1999 bei „Op der Lay“, einem kleinen Verlag in Luxemburg, dem er sehr dankbar ist, an ihn geglaubt zu haben. Es war dies “Manchmal spreche ich sie aus”, ein Gedichtband. Ab da ging’s dann so langsam los: Im Jahr darauf, also 2000, erschien sein zweites Buch und sein erstes Theaterstück wurde am Schauspielhaus in Wien uraufgeführt. Das war der Zeitpunkt, an dem er sich dachte: „Ich könnte irgendwie sowas wie ein Schriftsteller sein“. Was er ja auch dann auch geworden ist. Zuletzt veröffentlichte er „Und Danke für den Apfel“ (2014,), sowie zahlreiche Beiträge in Anthologien, vor allem Kurzkrimis, aber durchaus nicht nur.

Man kann Raoul Biltgen aber nicht nur auf Theaterbühnen bewundern, sondern auch im Fernsehen taucht er immer mal wieder auf. Dies reicht von luxemburgischen Produktionen wie im legendären „De Falschen Hond“ von Marc Olinger oder österreichischen Produktionen wie zum Beispiel „Tom Turbo – Der doppelte Prinz“ von Rainer Hackstock. Aber dies reicht dem Tausendsassa Raoul beleibe nicht, er hat sich auch noch der Malerei zugewandt und zwar auf Holz, das er vorher selbsr schnitzte. Hätte er ein Handwerk gelernt, dann wäre er Schreiner gewesen, sagt Raoul. So ist es aber nicht gekommen. Trotzdem übt das Material Holz eine große Faszination auf ihn. Zugleich aber auch die Ästhetik von Graffiti, Stencils und Wall-Tattoos. Dieser Mann ist seiner Kreativität nicht zu bremsen und Luxemburg kann stolz sein einen so vielfältigen Künstler in seinen Reihen zu haben.

Mehr Infos:www.raoulbiltgen.com

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